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Eiscafé Settebello

Ort

Alteburger Straße 5
50678 Köln
0221 329194

 

Die 7 ist das hervorstechende Symbol im Eiscafé „Settebello“ auf der Alteburger Straße. ‚Sette’ heißt nämlich ‚sieben’ auf Italienisch und ‚bello’ natürlich ‚schön’. Das Eiscafé der schönen Sieben! Die Sieben ist eine magische Zahl, die in Italien heilig ist. Die Sieben entsteht aus der Addition von drei und vier. In der christlichen Zahlensymbolik aus dem Mittelalter steht die Drei für die Seele und alle geistigen Dinge. Die Vier ist dagegen die Zahl der Elemente und der materiellen Dinge. Die Sieben: eine Addition von Geist und Seele auf der einen und von Körper und Menschlichem auf der anderen Seite. Was würde besser auf das Eiscafé Settebello zutreffen? Willkommen im Settebello – bei Geist, Seele und Menschlichkeit!

1980 gründeten Carmelo und Barbara Peci das Eiscafé auf der Alteburger Straße. Beide stammen aus Italien – doch aus verschiedenen Regionen. Ihr Sohn Salvatore erklärt: „Wären sie nicht nach Köln gekommen, hätten die beiden sich in Italien nie kennengelernt. Meine Mutter stammt aus Apulien und mein Vater aus Sizilien. Meine Mutter war 12 Jahre alt als sie mit ihrer Familie umzog und mein Vater 17. Meine Eltern lernten sich in den 70er Jahren hier in Köln kennen. Mein Vater hatte mit seinen Brüdern ein Restaurant eröffnet und meine Mutter arbeitete in der benachbarten Pizzeria. Mittags waren die Lokale geschlossen und das Personal der Lokale aß gemeinsam. So lernten sie sich kennen.“


Nachdem Barbara und Carmelo ein Paar geworden waren, wollten sie sich selbständig machen. Die Idee von einer Pizzeria schlug Barbara Carmelo direkt aus dem Kopf! Salvatore erinnert sich: „Sie sagte, sie könne nicht kochen. Meine Mutter hat zwar in einer Pizzeria gearbeitet, aber immer im Thekenbereich, nie in der Küche. Kochen hat sie später gelernt. Mein Vater hatte sich schon in Italien verschiedene Berufe angeguckt: Frisör wollte er nicht, kochen konnte er auch nicht – er hatte zwei linke Hände. Aber Eis – das war seine Leidenschaft! In Italien hatte er schon in Eiscafés hineingeschnuppert und mit Freunden experimentiert. Er hat Bücher über das Eismachen gelesen und es sich selbst beigebracht.“

Der kreative Carmelo wollte der Sieben einen besonderen Platz in seinem Café geben. Er ließ Metalltische von einem benachbarten Schlosser anfertigen, die er selber entwarf: Ein runder Tisch, dessen Fuß wie eine Sieben schräg zuläuft. Das Dach der Sieben findet sich auf der Tischplatte wieder und setzt sich farblich von dem Rest der Tischplatte ab. Genial und ein Hingucker! Auch kreierte Carmelo einen besonderen Tartufo-Eisbecher: „Alle machten den Tartufo-Eisbecher mit Kirschlikör, aber mein Vater bereitete ihn mit San-Marzano-Kräuterlikör aus Apulien zu. Die Eisbecher wurden damals alle mit Papier-Schirmchen dekoriert. Das wollte mein Vater nicht. Er wollte einen kleinen Eisbären obenauf stellen. Das ging aber nicht, wenn als oberstes Sahne auf dem Becher war. Daher kam bei uns zuoberst noch eine Kugel Vanilleeis, damit der Eisbär darauf stehen konnte. Die Eisbären wurden so populär, dass alle unsere Gäste sie zu sammeln anfingen. Dann erzählten sie sich hier, wie viele jeder hätte und ein Wettbewerb um die Eisbärfiguren fing an,“ erinnert sich Salvatore. Doch dann ging die Firma, die die Eisbären herstellte Pleite. Carmelo wollte die Eisbären im Café verewigen und sie ins Logo mit aufnehmen.  Er stellte Berge aus Zitroneneis her und ließ seine Eisbären darauf Ski fahren. Doch das konnte nicht ewig halten. Also, sprach Carmelo mit einem Gast, der Kunst in der Südstadt studierte. Er bat ihn, diese Idee in Gips umzusetzen. Gesagt getan. Das Ergebnis ist noch heute hinter Glas an der Wand im Settebello zu bewundern: Sieben Eisbären, die auf Skiern die Eisberge hinunterflitzen! Dieses charmante Bild wurde zum Logo des Eiscafés und findet sich auch auf den Speisekarten und auf der Internetseite wieder.

Zwei Jahre nach der Eröffnung des „Settebello“, wurde Salvatore Peci geboren. „Das Café war mein Leben. Ich war als Kind immer bei meinen Eltern. Ich saß vor dem Café auf einer Bank und aß Eis. Später habe ich meinen Eltern geholfen. Ich wollte immer Eiskugeln machen. Meine sieben Jahre jüngere Schwester Adriana wollte das nie. Sie ist heute Designerin.“ Nach dem Schulabschluss stieg Salvatore im Geschäft seiner Eltern ein. Er lernte Eis machen, besuchte Messen, Seminare und Kurse. Schließlich übernahm er 2010 als Geschäftsführer das Zepter und führt das traditionelle Eiscafé in die Zukunft. Mama Barbara und Papa Carmelo unterstützen selbstverständlich weiter mit. Doch im Januar 2014 erlag Carmelo seiner Krankheit. Leider konnte er die Realisierung des aufwendigen Umbaus nicht mehr miterleben. Im November 2013 hatte Familie Peci mit dem lang ersehnten Umbau des Cafés begonnen: Das Café sollte moderner und zeitgemäßer werden. Im März 2014 eröffnete das Café nach dem Umbau wieder seine Pforten: Alter Flair mit modernem Design. Die Möbel aus der Zeit vor dem Umbau wurden übernommen und erhalten die familiäre Atmosphäre des Cafés. Die Eisvitrine hat einen neuen Platz und die Tische stehen näher an der hellen Glastürenfront die an warmen Tagen komplett geöffnet wird.

„Mein Lieblingseis ist Peanuts,“ schwärmt Salvatore Peci „Mit meiner Mutter haben wir letztes Jahr den Eisbecher ‚1001 Nacht’ erfunden. Das ist Milcheis mit Sahne, Honig, Zimt und Kardamom, diese Kombination gibt es zeitweise auch als Eissorte. Wir haben 12 klassische Eissorten und 7 ständig wechselnde. Das richtet sich nach der Jahreszeit und der Saison. Zum Beispiel Quark&Mango, Mascarpone oder verschiedene Joghurt-Frucht-Variationen. Neu kommt demnächst das Eis ‚Torroncino’ hinzu. Das ist türkischer Honig mit weißem Mandelnougat.“
 
Die Ideen gehen im „Settebello“ nicht aus! Zum Beispiel gibt es nun abends bei gedämmtem Licht Jazz-Musik und Aperol-Spritz. Außerdem möchte Salvatore das legendäre „Boule-Spielen“ auf dem Mittelstreifen wieder zum Leben erwecken. Ein Eis dazu ist natürlich auch nicht verkehrt – so enden wohl die Tage auf Italienisch!

 

 

Aslı Güleryüz

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