• Cafe Sur, Kölner Südstadt, Foto: Dirk Gebhardt
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Café Sur

Ort

Martin-Luther-Platz 7
50677 Köln
0221 344322
 
In Buenos Aires gibt es die besten Cafés der Welt, in der Südstadt das Café Sur. Der Tag hat Momente, da muss es einfach dieser Ort sein. Der Morgen zum Beispiel. Eine Medialuna (Croissant) und ein Cortado (Espresso mit etwas Milch) in der Sonne, dazu eine der zahlreichen druckfrischen Zeitungen und spanisches Radio aus den  Lautsprechern. Oder der Abend: das erste Rendezvous, Sehnsuchtstango, ein schwerer Roter aus Mendoza. Oder ein WM-Nachmittag: nirgendwo sonst in der Südstadt findet man diese ausgelassene Stimmung, wenn Argentinien spielt.
 
1997, als die Brüder Gerardo und Horacio D’Ambrosio das Café Sur gründeten, dachte niemand dass so ein diffuses Konzept funktionieren könnte: Ein kleines Café, in dem es den ganzen Tag über für jeden etwas gibt - vom argentinischen Frühstück über kleine Speisen und Tellergerichte, Desserts und Eis bis hin zu einer guten Auswahl argentinischer Weine. Aber Gerardo und Horacio sind in einer Diktatur aufgewachsen. Trotz und Andersdenken sind ihr Lebenselexir – und mit dieser Einstellung passten sie genau in die Endneunziger-Südstadt der Querdenker und Bohemiens.
 
Ihr Konzept ging auf: Bis heute ist das Café Sur einer der beliebtesten Südstadt-Treffpunkte, und das nicht zuletzt weil sich die Macher immer treu geblieben sind. Andere Kneipen motzen sich auf, dauernd wechselt die Belegschaft. Das Sur-Team ist eine feste Familie, und die Inneneinrichtung bleibt seit Jahren sympathisch zurückhaltend: Warme gelbe Wände, schlichte Holztische, Tangogemälde an der Wand, ein Hauch vom Buenos Aires der 70er Jahre und eine automatische spanische Orangenpresse, die Generationen von Kindern fasziniert.
 
Auf der Karte stehen zahlreiche argentinische Schmankerl wie Pebete (ein doppelseitig getoastetes Minibaguette belegt z.B. mit Steak und Ei), Mate-Tee und Dulce-de-leche-Eis (aus Milchkaramell), aber auch die katalanische Spezialität Esqueixada, ein Knoblauch-Tomaten-Brot. „Entscheidend ist für uns die frische Zubereitung guter Zutaten von Hand“, sagt Chef Gerardo, „nicht die Herkunft. Schließlich kommen auch in Argentinien die meisten Leute ursprünglich irgendwo her – die Mischung macht uns erst zu etwas Besonderem“.
 
Auf die D’Ambrosios trifft das auf jeden Fall zu: Der Vater stammt aus den italienischen Abruzzen, die Mutter ist Argentinierin. Sie ließen sich in den Weiten der Pampa nieder und eröffneten eine Bar mit Tante-Emma-Laden. Dort gab es Hüte und Peitschen für Gauchos, Schreibwaren für Kinder und immer ein gutes Steak. Die Söhne lernten dort ihr Handwerk, bevor sie sich in den 80er Jahren nach Italien und 1990 schließlich nach Köln aufmachten.
 
Gerardo ist inzwischen alleiniger Chef im Sur– sein Bruder wanderte weiter und hat in Marokko ein Restaurant eröffnet. Doch der handwerkliche Anspruch und die Herzlichkeit sind geblieben. Und so verdient das Gerardo Ambrosios Café mit dem Kreuz des Südens im Logo zurecht die selbst verliehene Auszeichnung: Exzellentes argentinisches Café.
 
Öffnungszeiten:
 
Mo. – Fr. : 9 – 24 Uhr
Sa. - So.: 10 – 24 Uhr
 
 
Doro Hohengarten